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FAQ
Ja, Sie haben das Recht, den KFZ-Gutachter Ihrer Wahl zu beauftragen. Dieses Recht steht Ihnen sogar dann zu, wenn die Versicherung des Unfallverursachers ebenfalls ein Gutachten in Auftrag gibt.
Die Kosten für ein Gutachten, das Sie nach einem unverschuldeten Kfz-Unfall zur Ermittlung des Schadens, des Fahrzeugzeitwerts und der voraussichtlichen Reparaturkosten in Auftrag geben, müssen gemäß § 249 BGB von der Versicherung des Unfallverursachers übernommen werden. Das bedeutet, dass Ihnen keine Kosten entstehen, wenn Sie einen unabhängigen Gutachter beauftragen, nachdem Sie in einen unverschuldeten Unfall verwickelt wurden.
Ja, wir vom Kfz-Sachverstand möchten Ihnen sofort dabei helfen, Ihre Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Wenn Sie uns eine Abtretungserklärung gemäß § 398 Satz 1 BGB vorlegen, ermöglichen Sie uns, in Ihrem Namen tätig zu werden, ohne dass Sie im Hinblick auf das Gutachter-Honorar in Vorleistung gehen müssen.
Mit dieser Erklärung ermächtigen Sie den Gutachter auch dazu, seine Kosten in Ihrem Auftrag von der gegnerischen Versicherung einzufordern, und dies hat keinerlei Einfluss auf die Zahlungen, die direkt an Sie gehen. Es handelt sich lediglich um eine Vereinbarung, die es uns ermöglicht, effizient und professionell für Ihre Interessen einzutreten.
Einer der zentralen Streitpunkte in Auseinandersetzungen zwischen Geschädigten und Versicherungen betrifft die Reparaturkosten, die auf der Grundlage der veranschlagten Werkstattpreise berechnet werden. Verständlicherweise versuchen Versicherungen oft, auf unabhängige Werkstätten (auch als Partnerwerkstätten bekannt) hinzuweisen. Schließlich kalkulieren diese in der Regel niedrigere Stundensätze und Ersatzteilpreise im Vergleich zu Vertragswerkstätten. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Sie bei der Wahl einer freien Werkstatt die dort geltenden Lohnkosten in Anspruch nehmen können. Sie haben das Recht, Ihre Werkstatt frei zu wählen, ohne an die Preise einer speziellen Partnerwerkstatt gebunden zu sein.
Grundsätzlich steht Ihnen auch die freie Wahl eines Rechtsanwalts zu (gemäß § 172 VVG). Bis zu dem Zeitpunkt, an dem es zu einer Klage kommt, entstehen Ihnen sogar keine Kosten für den Anwalt. Wenn es jedoch zu einer Klage kommt, liegt die Entscheidung, ob der Anwalt weiterhin in Ihrem Namen tätig sein soll, erneut bei Ihnen. Ab diesem Zeitpunkt müssen Sie die Kosten des Anwalts im Voraus tragen, bis die Angelegenheit rechtlich zu Ihren Gunsten geklärt ist.
Um diesen Prozess zu beschleunigen, arbeiten wir seit vielen Jahren erfolgreich mit ausgewählten Anwälten zusammen, die auf die Abwicklung von Schadensfällen spezialisiert sind. Wenn Sie bereits einen Anwalt Ihres Vertrauens haben, senden wir selbstverständlich unsere Gutachten direkt an ihn weiter.
Die Versicherung erhält spätestens 48 Stunden nach der Begutachtung Ihres Fahrzeugs das unabhängige Gutachten.
Nur in Ausnahmefällen, beispielsweise wenn detaillierte Untersuchungen des Fahrzeugs erforderlich sind, könnte es länger als 48 Stunden dauern.
In solchen Situationen werden wir Sie jedoch stets umfassend über den Stand der Dinge informieren.
Unser Gutachten wird die Versicherung spätestens innerhalb eines Tages erreichen. Die Dauer, bis sich Versicherungen und gegebenenfalls Rechtsanwälte über den Ablauf des Schadens einig sind, kann jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen. Letztendlich hängt die Geschwindigkeit, mit der Sie Ihre Entschädigung erhalten, von diesem Prozess ab. In der Regel dauert es etwa 6-8 Wochen.
Wenn ein unabhängiges Schadengutachten erstellt wird, hat der Geschädigte oder die Anspruchstellerin die Wahl, wie die errechnete Schadenhöhe abgerechnet werden soll. Es gibt zwei Optionen: Entweder kann der Gutachtenbetrag direkt an sie ausbezahlt werden (fiktive Abrechnung), oder sie können eine Reparaturrechnung von einer Werkstatt bei der Versicherung einreichen.
Bei der fiktiven Abrechnung ist die Versicherung dazu verpflichtet, lediglich den Nettobetrag auszuzahlen. Wenn hingegen eine Abrechnung auf Grundlage der Werkstattrechnung erfolgt, sollte der gesamte Rechnungsbetrag, also der Bruttoendbetrag, erstattet werden.
In vielen Fällen ist es ratsam, die Abwicklung über einen Verkehrsrechtsanwalt durchzuführen, da dieser die rechtlichen Vorschriften kennt und darauf drängen kann, dass die Versicherung die Schadensregulierung zeitnah durchführt.
Viele Verbraucher möchten aus Kostengründen gerne freie Werkstätten nutzen, haben jedoch Bedenken, ihre Garantie- und Gewährleistungsansprüche zu verlieren. Diese Sorgen sind unbegründet. Seit dem 1. Juni 2010 dürfen Hersteller nicht mehr darauf bestehen, dass Inspektionen, Reparaturen, Ölwechsel und ähnliche Arbeiten ausschließlich in Vertragswerkstätten durchgeführt werden, um die gesetzliche Gewährleistungspflicht aufrechtzuerhalten. Diese Regelung ist in der EU-weit geltenden Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) festgelegt.
Das bedeutet, dass Besitzer von Neuwagen ihre Garantie gegen Sachmängel behalten, selbst wenn sie notwendige Reparaturen in einer freien Werkstatt durchführen lassen. Gleiches gilt für die Neuwagengarantien, die vom Hersteller gewährt werden.
Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein vollständiges Scheckheft keine Garantie für ein mängelfreies Fahrzeug ist. Daher ist es ratsam, vor Unterzeichnung eines Kaufvertrags das Fahrzeug von einem unabhängigen Kfz-Gutachter gründlich überprüfen zu lassen.
Ihr Gutachter ermittelt die Reparaturkosten für Ihr Fahrzeug anhand der aktuellen Stundensätze einer Vertragswerkstatt. Sie haben jedoch aus Kostengründen regelmäßige Inspektionen in einer unabhängigen Werkstatt durchführen lassen. Dies führt dazu, dass Ihr Fahrzeug nicht als "scheckheftgepflegt" gilt, was wiederum dazu führt, dass die von Ihrem Gutachter berechneten Kosten von Ihrer Versicherung gekürzt werden.
Ein Fahrzeug gilt nur dann als "scheckheftgepflegt", wenn sichergestellt ist, dass alle vom Hersteller vorgeschriebenen Inspektionen ordnungsgemäß von einer autorisierten Fachwerkstatt durchgeführt und entsprechend dokumentiert wurden. Wenn Sie sich für den Besuch einer günstigeren freien Kfz-Werkstatt entscheiden, können Sie später nicht erwarten, dass Ihre Versicherung die Preise einer Fachwerkstatt akzeptiert – in diesem Punkt wird die Versicherung eine Ablehnung aussprechen.
Es kommt häufig vor, dass Geschädigte die vom Gutachter errechnete Entschädigungssumme erhalten, den Wagen jedoch entweder gar nicht oder nur teilweise oder bei einer deutlich kostengünstigeren Werkstatt reparieren lassen. Dieses Vorgehen ist zwar erlaubt, kann jedoch bei späteren Unfallschäden zu Problemen führen. Wenn es zu einem erneuten Unfall kommt und die gleichen Teile des Fahrzeugs betroffen sind, könnte die gegnerische Versicherung denken, dass der "alte" Schaden nicht behoben wurde und daher der neue Schaden nicht durch den neuen Unfall verursacht wurde. In diesem Fall wären Sie verpflichtet, nachzuweisen, dass eine Reparatur nach dem vorherigen Unfall durchgeführt wurde. Es wird daher empfohlen, nach jeder Reparatur des Fahrzeugs, einschließlich Selbstreparaturen, eine Reparaturbestätigung von einem Gutachter ausstellen zu lassen.
Die Kosten für dieses Gutachten müssen von der gegnerischen Versicherung übernommen werden, selbst wenn Sie die Reparatur selbst durchgeführt haben. Dies wurde durch ein Urteil des Amtsgerichts Stuttgart-Bad Cannstatt klargestellt, welches besagt, dass die gegnerische Versicherung die Kosten für den Gutachter der Reparaturbestätigung nach einem Unfall, bei dem auf der Grundlage eines Gutachtens abgerechnet wurde und die Reparatur in Eigenregie durchgeführt wurde, tragen muss.
Nach Abschluss der Reparatur können Sie einfach in einer unserer Niederlassungen vorbeikommen. Unsere Gutachter stehen Ihnen gerne zur Verfügung, um die Reparaturbestätigung auszustellen.
Es ist besonders wichtig für Betroffene, die ihre Unfallsache nicht an einen Anwalt übergeben, auf diese Regelung zu achten. Sie schützt vor möglichen Ablehnungen der gegnerischen Versicherungen bei späteren Schadensfällen oder Preiskürzungen beim Verkauf des Fahrzeugs.
Wer unverschuldet in einen Autounfall verwickelt wird, hat die Möglichkeit, während der Reparaturzeit ein Ersatzfahrzeug zu mieten und die Kosten vom Verursacher zurückzufordern.
Eine alternative Option besteht darin, eine sogenannte Nutzungsausfallentschädigung zu verlangen. Das bedeutet, dass Sie auf die Anmietung eines Ersatzfahrzeugs verzichten und stattdessen eine Geldentschädigung erhalten. Die Höhe dieser Entschädigung wird in der Regel anhand des Werts Ihres eigenen Fahrzeugs berechnet und ist abhängig von der Region.
Die Wahl zwischen einer Entschädigung in Form eines Mietwagens oder einer Nutzungsausfallentschädigung hängt oft davon ab, wie klar die Schuldfrage bei dem Unfall geklärt ist. Wenn die Schuldfrage nicht eindeutig geklärt ist, kann es ratsam sein, sich für die Nutzungsausfallentschädigung zu entscheiden, um später nicht möglicherweise einen Teil der Mietwagenkosten selbst tragen zu müssen.
Aufgrund mangelnder Kenntnisse über die geltende Rechtslage verzichten viele Autofahrer häufig auf eine Entschädigung für den Wertverlust ihres Fahrzeugs nach einem Unfall. Es ist wichtig zu wissen, dass selbst bei älteren Fahrzeugen die Versicherungen den Wertverlust nach einem Unfall ausgleichen müssen. In der Praxis sind viele Autofahrer jedoch bereits zufrieden, wenn ihr Fahrzeug schnell repariert wird. Oft wird dabei übersehen, dass der Unfall auch zu einem Verlust des Wiederverkaufswerts ihres Fahrzeugs führt. Dieser Verlust wird durch die sogenannte merkantile Wertminderung finanziell ausgeglichen.
Die Höhe des Wertverlusts eines Fahrzeugs hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Alters, der Laufleistung (Kilometerstand) und der beschädigten Bauteile bei einem Unfall. Bei der Erstellung des Gutachtens wird die mögliche Wertminderung anhand dieser Faktoren berechnet. Diese Wertminderung wird ebenfalls im Gutachten festgehalten und dient als Nachweis für den Wertverlust. Die Versicherung ist verpflichtet, die Wertminderung zusätzlich zur Schadensumme auszugleichen.
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